Ratgeber · IT-Security

Die 3-2-1-Backup-Regel, konkret für kleine Betriebe

Fast jeder Betrieb hat ein Backup. Fast keiner hat es je zurückgespielt. Genau da entscheidet sich, ob es eines ist.

10. September 20262 Min. LesezeitRedaktion SAB-IT

Die Frage ist nie, ob Daten verloren gehen, sondern wann und wie viel. Festplatten fallen aus, jemand löscht den falschen Ordner, ein Verschlüsselungstrojaner nimmt alles mit. Die 3-2-1-Regel ist die einfachste Antwort darauf, und sie ist über dreissig Jahre alt, weil sie funktioniert.

Was die Regel besagt

  • 3 Kopien Ihrer Daten: das Original plus zwei Sicherungen.
  • 2 verschiedene Medien: zum Beispiel der Server und eine externe Platte – nicht zwei Ordner auf demselben Gerät.
  • 1 Kopie ausser Haus: in der Cloud oder physisch an einem anderen Ort. Bei Wasserschaden, Brand oder Einbruch ist das die einzige Kopie, die überlebt.

Der Punkt, an dem die meisten scheitern

Ein Verschlüsselungstrojaner nimmt jedes Laufwerk mit, das der befallene Rechner beschreiben kann – also auch die permanent angesteckte USB-Platte und das gemappte Netzlaufwerk. Deshalb braucht mindestens eine Kopie eine Trennung: entweder physisch abgesteckt oder als Sicherung, die im Nachhinein nicht mehr verändert werden kann.

Cloud ist kein Backup

OneDrive, SharePoint, Dropbox und Google Drive sind Synchronisation, nicht Sicherung. Was Sie lokal löschen, verschwindet auch dort. Was lokal verschlüsselt wird, wird hochgeladen. Die Papierkörbe dieser Dienste halten begrenzte Zeit – für ein Versehen reicht das, für einen Angriff nicht. Wer Microsoft 365 nutzt, braucht ein zusätzliches Backup der Postfächer und Ablagen.

Wie lange zurück?

Ein Backup, das nur den Stand von gestern kennt, hilft nicht, wenn der Schaden vor drei Wochen begonnen hat. Sinnvoll für einen kleinen Betrieb: tägliche Sicherungen der letzten zwei Wochen, wöchentliche der letzten drei Monate, monatliche für ein Jahr.

Die eine Frage, die alles entscheidet

Wann haben Sie das letzte Mal eine Datei aus dem Backup zurückgeholt? Wenn die Antwort „noch nie" ist, wissen Sie nicht, ob Sie ein Backup haben – Sie wissen nur, dass etwas läuft. Machen Sie zweimal im Jahr einen Test: eine Datei und ein Postfach wiederherstellen, Uhr dabei laufen lassen.

Und die zweite Frage

Wie lange darf Ihr Betrieb stillstehen? Wenn Sie ohne Ihre Daten keine Rechnung schreiben und keinen Termin nachschauen können, ist ein Backup, das drei Tage zum Wiederherstellen braucht, kein Notfallplan. Das ist die Überlegung, mit der die Diskussion beginnen sollte – nicht mit der Frage nach dem Speicherplatz.

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