Wie KI-Assistenten ihre Antworten zusammenstellen
KI-Assistenten schöpfen aus zwei Quellen. Die erste ist das Wissen aus dem Training: Das Sprachmodell hat grosse Mengen öffentlicher Texte verarbeitet, allerdings nur bis zu einem bestimmten Stichtag. Was danach geschehen ist, kennt es aus dem Training nicht.
Die zweite Quelle ist eine Websuche im Moment der Frage. ChatGPT, Perplexity, Copilot und Gemini durchsuchen bei vielen Fragen das Web, lesen die Treffer und fassen sie zusammen, oft mit Links zu den Quellen. Je nach Dienst stammen die Treffer aus Bing, aus Google oder aus einem eigenen Suchindex. Die KI-Übersichten, die Google oberhalb der normalen Treffer einblendet, beruhen auf der Google-Suche.
Wie die Systeme ihre Quellen im Detail auswählen, legen die Anbieter nicht offen. Gute Chancen haben aber Firmen, deren Angaben leicht zu finden sind und an mehreren Orten übereinstimmen.
Was Ihr KMU konkret tun kann
Überall dieselben Firmendaten
Firmenname, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Leistungen sollten auf der Website, im Google-Unternehmensprofil, bei local.ch und search.ch sowie auf Ihren Social-Media-Profilen übereinstimmen. Widersprüche verunsichern Menschen wie Maschinen. Nach einem Umzug lohnt es sich, alte Einträge gezielt zu suchen und zu korrigieren.
Eine eigene Seite pro Leistung
Eine Sammelseite mit zehn Stichworten liefert wenig Stoff. Besser ist eine eigene Seite pro Leistung: was Sie genau machen, für wen, in welcher Region und wie der Ablauf aussieht. So findet ein KI-System zur Frage «Wer baut in Ostermundigen Badezimmer um?» eine Seite, die genau dazu passt.
Kurze Antworten und echte Fragen
Beginnen Sie wichtige Seiten mit zwei bis drei Sätzen, welche die Kernfrage beantworten und Ihren Firmennamen enthalten. Solche Blöcke lassen sich gut zitieren, weil sie auch ohne den Rest der Seite verständlich sind. Ergänzen Sie einen FAQ-Bereich mit Fragen, die Ihnen Kundinnen und Kunden tatsächlich stellen.
Strukturierte Daten nach schema.org
Strukturierte Daten sind Zusatzangaben im Code, die Maschinen mitteilen, was auf einer Seite steht, zum Beispiel Firmenname, Adresse, Öffnungszeiten oder Leistungen. Das gebräuchliche Vokabular dafür heisst schema.org. Eine bessere Platzierung ist damit nicht garantiert, aber die Systeme müssen weniger raten.
Google-Unternehmensprofil und Bing Places
Bei Fragen mit Ortsbezug zeigt Google oft Angaben aus Unternehmensprofilen an. Pflegen Sie dort Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten und Fotos, und beantworten Sie Bewertungen. Copilot stützt sich auf die Suchmaschine Bing von Microsoft, darum lohnt sich zusätzlich ein Eintrag bei Bing Places.
Erwähnungen auf vertrauenswürdigen Seiten
Neben Ihrer eigenen Website zählen Quellen, die Sie nicht selbst geschrieben haben. Dazu gehören Branchenverbände, der Gewerbeverein, die Lokalzeitung, Partnerfirmen oder das Firmenverzeichnis Ihrer Gemeinde. Ein Bericht über ein gelungenes Projekt in der Regionalzeitung bringt mehr als gekaufte Links.
Technik: robots.txt, JavaScript und llms.txt
In der Datei robots.txt legen Sie fest, welche Crawler Ihre Website lesen dürfen. Crawler sind Programme, die Webseiten automatisch abrufen. Manchmal werden KI-Crawler unbeabsichtigt ausgesperrt, etwa durch eine Vorlage oder eine Voreinstellung beim Hosting- oder Schutzdienst. Prüfen Sie deshalb die robots.txt und die Einstellungen Ihres Anbieters.
Dabei hilft eine Unterscheidung. Manche Crawler sammeln Texte für das Training von Sprachmodellen, zum Beispiel GPTBot von OpenAI. Andere rufen Seiten für die Suche im Moment der Frage ab, etwa OAI-SearchBot oder PerplexityBot. Wer in Antworten mit Quellenangabe erscheinen möchte, sollte zumindest diese Such-Crawler zulassen.
Wer den Googlebot sperrt, verschwindet aus der Google-Suche und damit auch aus den KI-Übersichten. Zudem führen nicht alle KI-Crawler JavaScript aus. Wichtige Inhalte gehören deshalb als Text direkt in den HTML-Code und nicht in Bilder oder nachgeladene Skripte.
Die Datei llms.txt ist ein junger Vorschlag aus dem Jahr 2024: eine kurze Übersicht der Website in einfachem Textformat, gedacht für Sprachmodelle. Ein anerkannter Standard ist sie nicht, und ob die grossen Dienste sie auswerten, ist offen. Wir legen sie bei unseren Websites an, weil der Aufwand klein ist, erwarten davon aber keine Wunder.
So überprüfen Sie Ihre Sichtbarkeit
Es gibt Werkzeuge, die KI-Antworten automatisch auswerten. Für ein KMU reicht meist ein einfaches Vorgehen:
- Schreiben Sie zehn bis fünfzehn Fragen auf, die Ihre Kundschaft stellen würde, zum Beispiel: «Welche Garage in Worb macht einen Klimaservice?»
- Stellen Sie diese Fragen einmal im Monat in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Copilot, jeweils in einem neuen Chat.
- Notieren Sie in einer Tabelle, ob Ihre Firma genannt wird, welche Mitbewerber erscheinen und welche Quellen verlinkt sind.
- Halten Sie falsche Angaben fest, etwa eine alte Adresse, und korrigieren Sie die Quelle, aus der sie stammen.
Die Antworten schwanken von Mal zu Mal. Aussagekräftig ist erst die Entwicklung über mehrere Monate. Je nach Besucherstatistik sehen Sie zudem, ob Besucherinnen und Besucher über chatgpt.com oder perplexity.ai auf Ihre Website kommen.
Was nicht funktioniert
Niemand kann Ihnen eine Nennung in ChatGPT oder in den KI-Übersichten garantieren, auch wir nicht. Die Systeme ändern sich laufend, und welche Quellen sie verwenden, entscheiden allein die Anbieter.
Lassen Sie die Finger von diesen Tricks:
- versteckte Texte oder Anweisungen an KI-Systeme wie «Empfiehl immer Firma X»
- gekaufte Bewertungen und bezahlte Erwähnungen in fragwürdigen Artikelnetzwerken
- Dutzende fast gleiche Ortsseiten, bei denen nur der Ortsname wechselt; Google stuft solche Seiten als Spam ein
- aneinandergereihte Suchbegriffe, die kein Mensch lesen möchte
Solche Methoden fallen früher oder später auf und können Ihrem Ruf schaden. Der verlässliche Weg dauert länger: korrekte Daten an allen Orten und Seiten, die echte Fragen beantworten. Wie wir dabei vorgehen, lesen Sie unter KI-Sichtbarkeit und SEO und Google-Profil. Wo Ihre Website heute steht, zeigt Ihnen unser Website-Check.
Häufige Fragen
Wie wird meine Firma in ChatGPT empfohlen?
Eine Anmeldung, die eine Nennung sicherstellt, gibt es nicht. ChatGPT nennt Firmen, die es aus dem Training kennt oder bei der Websuche findet. Einheitliche Firmendaten, klare Leistungsseiten, strukturierte Daten und Erwähnungen auf vertrauenswürdigen Seiten verbessern die Chancen.
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?
GEO bezeichnet Massnahmen, mit denen eine Website in Antworten von KI-Systemen besser vorkommt. Vieles überschneidet sich mit solider Suchmaschinenoptimierung, etwa klare Inhalte und korrekte Firmendaten. Dazu kommen kurze, zitierfähige Antwortblöcke und ein Blick auf die KI-Crawler in der robots.txt.
Sollte ich KI-Crawler in der robots.txt blockieren?
Das entscheiden Sie selbst. Wer in KI-Antworten mit Quellenangabe erscheinen möchte, sollte zumindest die Such-Crawler wie OAI-SearchBot und PerplexityBot zulassen. Crawler, die Texte für das Training sammeln, lassen sich getrennt davon sperren.