Ratgeber · IT-Security

Phishing erkennen: 5 Merkmale, an denen Ihr Team es entlarvt

Die gefährlichen Mails sind längst fehlerfrei und persönlich adressiert. Woran man sie trotzdem erkennt.

2. September 20262 Min. LesezeitRedaktion SAB-IT

Vergessen Sie die alten Ratschläge. Rechtschreibfehler und komische Anreden sind vorbei – Angriffsmails werden heute mit denselben Werkzeugen geschrieben wie Ihre eigenen Offerten. Was bleibt, sind fünf Muster, die sich nicht wegautomatisieren lassen.

1. Zeitdruck ohne Grund

„Innerhalb von 24 Stunden", „letzte Mahnung", „Konto wird gesperrt". Druck ist das Kernwerkzeug jedes Betrugs, weil er das Nachdenken abkürzt. Keine Bank, kein Lieferant und keine Behörde arbeitet so. Wenn eine Mail Sie hetzt, ist das an sich schon der Verdacht.

2. Ein Vorgang, der plötzlich anders läuft als sonst

Die gefährlichste Variante ist nicht die gefälschte Bank, sondern die geänderte Kontonummer eines echten Lieferanten. Die Mail kommt aus einem echten, übernommenen Postfach, bezieht sich auf ein echtes Projekt – und nennt eine neue Bankverbindung. Feste Regel im Betrieb: Eine Änderung der Zahlungsverbindung wird immer telefonisch bestätigt, unter der Nummer aus Ihren eigenen Unterlagen, nie unter der aus der Mail.

Fahren Sie mit der Maus über den Link, ohne zu klicken; auf dem Handy den Link lange gedrückt halten. Unten erscheint die echte Zieladresse. Achten Sie auf die Domain unmittelbar vor dem ersten Schrägstrich – alles davor kann frei erfunden sein.

4. Eine Anmeldemaske, die Sie nicht selbst aufgerufen haben

Die Grundregel, die fast alles verhindert: Passwörter nur auf Seiten eingeben, die Sie selbst über ein Lesezeichen oder die Adresszeile geöffnet haben. Niemals über einen Link aus einer Mail. Wenn Ihr Team nur eine einzige Regel behält, dann diese.

5. Anhänge, die aktiviert werden wollen

„Bearbeitung aktivieren", „Inhalt aktivieren", ein Passwort im Mailtext für ein ZIP. Das dient ausschliesslich dazu, den Virenschutz zu umgehen. Ein normaler Lieferantenbeleg braucht nichts davon.

Was technisch helfen muss

Aufmerksamkeit ist die letzte Verteidigungslinie, nicht die erste. Davor gehören: Zwei-Faktor-Anmeldung auf allen Postfächern, ein Spamfilter, der Links vor dem Öffnen prüft, und korrekte DNS-Einträge für Ihre Domain, damit Ihr Name nicht für Angriffe auf andere missbraucht wird.

Und das Wichtigste: eine Kultur, in der jemand ohne schlechtes Gewissen sagen kann, dass er auf etwas geklickt hat. Die meisten Vorfälle werden nicht durch den Klick teuer, sondern durch die Stunden, die vergehen, bis ihn jemand meldet.

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