Ein Relaunch ist der einzige Moment, in dem eine Website über Nacht ihre gesamte Sichtbarkeit verlieren kann. Das passiert nicht, weil die neue Seite schlechter ist, sondern weil beim Umzug Verbindungen abreissen, die vorher jahrelang gewachsen sind.
1. Alte Adressen werden nicht umgeleitet
Der teuerste Fehler. Wenn /leistungen/sanitaer.html neu /sanitaer heisst und niemand eine Weiterleitung einrichtet, laufen alle Google-Treffer und alle fremden Verlinkungen ins Leere. Vor dem Umzug: Liste aller bestehenden Adressen ziehen, jede einzelne auf ihr neues Gegenstück umleiten.
2. Die Testversion bleibt für Google offen
Die Vorschauseite unter neu.ihredomain.ch wird indexiert und konkurriert danach mit Ihrer echten Seite. Testumgebungen gehören für Suchmaschinen gesperrt – und die Sperre muss beim Livegang wieder weg. Beides wird regelmässig vergessen, in beide Richtungen.
3. Texte werden „aufgeräumt"
Die alte Seite hatte 800 Wörter über Ihre Leistung, die neue hat 120 und ein schönes Bild. Genau diese 800 Wörter waren der Grund, warum Sie gefunden wurden. Kürzen Sie Gestaltung, nicht Substanz.
4. Titel und Beschreibungen fehlen
Nach dem Relaunch heissen plötzlich alle Seiten gleich, weil niemand Titel und Beschreibungen gesetzt hat. Jede Seite braucht einen eigenen, sprechenden Titel – das ist die Zeile, die in den Suchergebnissen steht und über den Klick entscheidet.
5. Bilder verlieren ihre Beschreibungen
Alternativtexte gehen beim Umzug fast immer verloren. Sie sind für blinde Besucher notwendig, für die Bildersuche nützlich – und in wenigen Minuten wieder eingetragen.
6. Niemand misst vorher
Ohne Zahlen von vorher können Sie nachher nicht beurteilen, ob es besser geworden ist. Notieren Sie vor dem Umschalten: Besucherzahlen, die zehn wichtigsten Einstiegsseiten, Anzahl Anfragen pro Monat.
7. Das Kontaktformular wird nicht getestet
Der bitterste Fehler, weil er nicht auffällt. Die Seite ist live, sieht gut aus, und drei Wochen lang landet keine einzige Anfrage irgendwo. Nach jedem Livegang: Formular selbst ausfüllen, absenden, und prüfen, ob die Mail wirklich ankommt – auch im Spamordner.
Zwei Wochen danach
Schauen Sie in die Google Search Console. Ein leichter Rückgang in den ersten Tagen ist normal. Wenn nach zwei Wochen nichts zurückkommt, stimmt etwas mit den Weiterleitungen nicht – und dann sollte jemand nachschauen, der weiss, wo er hinschaut.
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